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Beim Kamelreiten mussten die Trainer schon mal als Reittier und bei der Schlittenfahrt auch als Schlitten herhalten. Dann kommt das römische Pferdereiten und Brückenbauen, Seilziehen und sich vertrauensvoll in die Arme des Partners fallen lassen. Und dann - mehr als 50 Kinder laufen lauthals schreiend über die Judomatte um auszumachen, wer am lautesten schreien kann.
Nichts von Judo-Edikette, japanischer Disziplin und trockenem Üben traditioneller Würfe und Techniken zu sehen, sondern Trubel, Lachen und Bewegung. Und plötzlich ist es wieder mucksmäuschenstill und die über 50 Kinder im Alter zwischen 6 und 11 Jahren sowie ihre Trainer aus Oberfranken und der Oberpfalz lauschen gebannt den Worten des obersten Deutschen Judoka Peter Frese.
Der Präsident des Deutschen Judo Bundes Peter Frese hat es sich nicht nehmen lassen, eine Woche vor den Stelldichein der Deutschen Judoelite in Bayreuth, die am 17. und 18. Januar 2009 die nationalen Meisterschaften der Männer und Frauen austragen, persönlich einen Lehrgang für die Kleinsten zu leiten.
Das Motto des Lehrgangs: Judo spielend lernen.
Über 50 Kinder und Ihre Trainer aus Oberfranken und der Oberpfalz folgten der Einladung des Bayerischen Judo Verbandes und des PosT SV Bayreuth und lernten am 10.01.2009 in der Sporthalle der Grundschule St. Georgen in Bayreuth in zwei Trainingseinheiten, wie man mit etwas Phantasie und kindgerechter Sprache, viel Lob und tollen Spielen die vielen grundlegenden Bewegungen und motorischen Fähigkeiten fürs Judo spielend lernen kann.
Im Vordergrund standen nicht das Ausführen korrekter Judo-Techniken noch die dazu gehörigen judo-spezifischen Begriffe, sondern das spielerische Erlernen der Prinzipien (wie z.B. Beweglichkeit am Boden, sicherer Stand, Griffsicherheit, Abbau von Berührungsängsten bei den Kindern, usw.) und die Werte des Judosports wie Partnerschaft, Verantwortung und Freundschaft. Das Konzept „Judo spielend lernen“ (es gibt hierzu ein ganz tolles Buch als Anleitung für die Trainer) war die Grundlage der verschiedenen Übungen. Und der DJB -Präsident brachte eindrucksvoll rüber, das Judo mehr ist, als ein asiatischer Kampfsport oder reine Selbstverteidigung. Am Ende lobte Peter Frese die Kinder mit den Worten, „Ihr habt alle gute Arbeit gemacht“.
Alle, die Kinder und die Trainer waren von diesem Tag mit Peter Frese begeistert und wann kann man auch schon mal einen echten Präsidenten auf die Matte legen.
Thomas Loch
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